9/11/2026

Kranzniederlegung: 16.00
Führungen: 17.00 Uhr

Konzert: 18.30 Uhr

Gedenken zur Reichspogromnacht in der Braunschweiger Synagoge

Konzert: Eine konzertante Lesung von Dori Engel und Noam Sivan mit Vorträgen von Hila Meckier und Noam Sivan (Klavierimprovisationen); Texte von Hans Peter Richter, Manfred Franke, Paul Celan, Primo Levi, sowie die ferne Stimme des biblischen Propheten Jesaja

Führungen von Christina Krafczyk, Ulrich Knufinke (NLD) und Katrin Keßler (Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur)

Am 9. November widmen wir unsere Veranstaltung dem Gedenken an die Reichspogromnacht 1938 und der Erinnerung an die Verbrechen, die an Bürgerinnen und Bürgern jüdischen Glaubens verübt wurden. Um 16:00 Uhr findet eine Kranzniederlegung an der Gedenktafel für die ehemalige Synagoge in der Alten Knochenhauerstraße mit Braunschweigs Oberbürgermeister Thorsten Kornblum statt. Ab 17:00 Uhr schließen sich Führungen mit Dr. Christina Krafczyk (Präsidentin des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege), Dr. Ulrich Knufinke (Abteilungsleiter Baudenkmalinventarisation im NLD) und Katrin Keßler (Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur) an. Den Abschluss bildet um 18:30 Uhr eine konzertante Lesung von Dori Engel und Noam Sivan mit Vorträgen von Hila Meckier und Klavierimprovisationen von Noam Sivan. Zu hören sind Texte von Hans Peter Richter, Manfred Franke, Paul Celan und Primo Levi sowie die ferne Stimme des biblischen Propheten Jesaja.

Noam Sivan (geboren 1978 in Haifa, Israel) ist Pianist, Komponist und Dirigent und gilt als einer der führenden Pioniere der Wiederbelebung der Improvisation in der klassischen Musik – er improvisiert ganze Fugen und viersätzige Sonaten bei seinen Klavierabenden. Er war Direktor für Improvisation am Curtis Institute of Music in Philadelphia und Fakultätsmitglied an der Juilliard School, bevor er an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart wechselte, wo er einen der ersten Masterstudiengänge für klassische Klavierimprovisation weltweit gegründet hat. Über 50 seiner Kompositionen – darunter Opern, Ballettmusik und Orchesterwerke – wurden bereits in Europa, Nordamerika und Asien aufgeführt.

Wir bitten um Anmeldung unter NLD-Veranstaltungen@NLD.Niedersachsen.de. Die Platzzahl ist begrenzt. Bitte beachten Sie: Männliche Teilnehmer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.

Die Synagoge in Braunschweig

Das Zentrum der jüdischen Gemeinde Braunschweigs ist ein Ort von besonderer geschichtlicher Bedeutung. 1875 wurden hier, inmitten der Altstadt, eine Synagoge und ein Gemeindehaus eingeweiht, entworfen vom Braunschweiger Architekten und Hochschulprofessor Constantin Uhde. Die Synagoge, ein bedeutender Bau des Historismus mit maurischen Elementen, zerstörten die Nationalsozialisten im Zuge der Reichspogromnacht 1938. An ihrer Stelle wurde ein Hochbunker gebaut. Das Gemeindehaus überstand die Zerstörung, hier gründete sich nach dem Holocaust die jüdische Gemeinde Braunschweigs neu. Seit 2006 feiert sie ihre Gottesdienste in einem modernen Synagogenbau im Innenhof, angrenzend an Bunker und Gemeindehaus. Hier finden neben den Gottesdiensten regelmäßig Feste, öffentliche Veranstaltungen und Konzerte statt.

Die Synagoge in Braunschweig und ihre Geschichte ist hier ausführlich beschrieben.

Braunschweig, Synagoge, Steinstraße 4, 2006, Nachfolgebau der 1938 zerstörten Neuen Synagoge des Architekten Constantin Uhde von 1875 (Foto: K. Keßler).