25/10/2026

Führungen: 15.30 Uhr
Vorträge und Vinyl-Listening: 16.30 Uhr

Tag der offenen Tür zum 60. Jubiläum des Jazz Club Hannover-Linden

Der Jazz Club ist nicht nur wesentlich mitverantwortlich dafür, dass Hannover international einen Ruf als »Jazzmetropole« genießt, sondern darüber hinaus auch für die 2014 erfolgte Aufnahme der Stadt in die Liste der »UNESCO Cities of Music«. Anlässlich des 60. Jubiläums öffnen sich am 25. Oktober, ab 14:30 Uhr, die Türen des historischen Gebäudes auf dem Lindener Berg. Wir starten mit unserer beliebten Bastelaktion »Papierophon« für Kinder und Erwachsene ab 12 Jahren. Dabei handelt es sich um einen kleinen Papierplattenspieler, der aus einem Bastelbogen zusammengebaut wird. Als Tonabnehmer dient eine einfache Stecknadel. Daran schließen sich ab 15:30 Uhr Führungen mit Dr. Birte Rogacki-Thiemann, Frank Achhammer (NLD), Dirk Gieseler (Jazz Club) und Oliver Gruenke (Mittwochtheater) durch das ehemalige Berggasthaus an, in dessen ehemaligem Kohlenkeller seit mehr als 60 Jahren der Jazz spielt. Um 16.30 Uhr gibt die Club-Vorsitzende Dr. Vanessa Erstmann gemeinsam mit Thomas Sieker einen unterhaltsamen Einblick in die Geschichte des Jazz Clubs. Dabei werden einige Schätze aus dem umfangreichen Jazz-Schallplatten-Archiv des Clubs hervorgeholt und mit Anekdoten aus den letzten 60 Jahren garniert. Bis 19.00 Uhr dreht sich der Plattenteller und lädt ein zum gemeinsamen Schwelgen in der Musik und in den geteilten Erinnerungen.

Treffpunkt für die Führungen ist am Haupteingang; für das Papierophon und die Führungen ist eine Anmeldung unter der Adresse NLD-Veranstaltungen@NLD.Niedersachsen.de erforderlich. Die Platzzahl ist begrenzt.

Der Jazz Club in Hannover-Linden

Das auf dem Lindener Berg nördlich des Wasserhochbehälters und Sternwarte gelegene ehemalige Berggasthaus stammt aus der Zeit nach 1876, vermutlich war es 1878 fertiggestellt. Es ersetzte das 1825 von Georg Ludwig Friedrich Laves (1788-1864) neben der Windmühle als Gaststätte und Aussichtspunkt errichtete „Lindener Berghaus“, das 1876 dem Neubau des Wasserreservoirs weichen musste. Ähnlich diesem besaß das neue Berggasthaus ursprünglich einen Dachreiter, der als Aussicht diente. 1913 schenkte der Bettfedernfabrikant August Werner (1845-1916) das Gebäude mit der an den Stadtfriedhof grenzenden großen Gartenfläche der Stadt Linden zur Nutzung als Jugendheim und Theater. Bereits 1957 wurde hier ein erster Jazz Club gegründet und 1960 der ehemalige Kohlenkeller vom sozialistischen Jugendverband für Konzerte umgebaut. Nach Auflösung des ersten Clubs wurde 1966 der bis heute bestehende Jazz Club Hannover gegründet. Schon kurz darauf fanden im Keller am Lindener Berg Konzerte mit weltweit bekannten Musikern statt. Die ersten Jahrzehnte des Bestehens sind eng mit Michael „Mike“ Gehrke (1943-2004) verbunden, der u.a. als hauptamtlicher Imagepfleger der Stadt einen großen Teil seines Engagements dem Club widmete. 1979 ernannte die Stadt New Orleans, „Wiege des Jazz“, den „Orange Club“, wie er aufgrund der Gestaltung des Kellers auch genannt wird, zu ihrem Ehrenbürger. Der Jazz Club ist nicht nur wesentlich mitverantwortlich, dass Hannover international einen Ruf als „Jazzmetropole“ genießt, sondern darüber hinaus auch für die 2014 erfolgte Aufnahme der Stadt in die Liste der „UNESCO Cities of Music“.

Der Jazz Club und seine Geschichte ist hier ausführlich beschrieben.

Hannover-Linden, Jazz Club, Architekt: unbekannt, um 1878 (Foto: F. Achhammer, NLD).