26/4/2026

Führungen16.30 Uhr
Konzert: 17.00 Uhr

Die Herrenhäuser Kirche wird zum RaumKLANG – KLANGRaum

Konzert: prolatio – ensemble neue musik hannover spielt ein begehbares Konzert
mit Werken von J.S. Bach, Wilhelm de Fesch, Gesangsstücken aus dem Barock und
der frühen Neuzeit

Führungen von Birte Rogacki-Thiemann und Frank Achhammer (NLD)

Das Konzertprojekt klang R A U M – raum K L A N G verbindet Musik, Raum und Bewegung zu einer außergewöhnlichen künstlerischen Erfahrung. Es handelt sich nicht um ein Konzert im klassischen Sinn, sondern um eine begehbare Klangreise durch die Herrenhäuser Kirche, die zugleich eine musikalische Kirchenführung ist.

Publikum und Musiker:innen begeben sich gemeinsam auf eine Entdeckungstour durch Raum, Klang und Geschichte. Ausgangspunkt sind architektonische Begriffe und Formen, die in musikalische und performative Ausdrucksweisen übersetzt werden. Zwischen instrumentaler Musik, elektrifizierenden Synthesizerklängen, gesprochenen Erläuterungen und architektonischen Beobachtungen entsteht ein lebendiger Dialog: Wie klingt ein Gewölbe? Welche Resonanz tragen Säulen, Bögen und Stein? Wann wird eine Kirche selbst zum Instrument – zum atmenden Resonanzkörper? Was ist und wie klingt eine Empore? Was kennzeichnet den Chor architektonisch und akustisch?“

Beginn der Veranstaltung ist um 17.00 Uhr. Über Ihre Teilnahme würden wir uns sehr freuen und bitten um Anmeldung bis zum 23. April 2026 unter der Adresse NLD-Veranstaltungen@NLD.Niedersachsen.de.

Treffpunkt: Herrenhäuser Kirche, Hegebläch 19, 30419 Hannover

Die Herrenhäuser Kirche in Hannover

Das vormals „Höringhusen“ genannte Dorf wurde zunächst durch den Bau der Sommerresidenz der Welfen im 17. Jahrhundert und später bis zum Ende des 19. Jahrhunderts durch die Lage an der neuen Bahnstrecke ein beliebter Wohnort. 1891 wurde es nach Hannover eingemeindet. Der Bau einer neuen Kirche wurde vorwiegend von den Bewohnern des neuen Stadtteils selbst finanziert und mit dem Architekten Eberhard Hillebrand (1840-1924), einem bedeutenden Vertreter der neugotischen Hannoverschen Schule, ein prominenter Kirchenbaumeister beauftragt. Der in mittelalterlichen Formen gestaltete Zentralbau auf annähernd kreuzförmigem Grundriss ist mit grob bearbeiteten Sandsteinquadern verblendet. Markant ist der hohe schlanke Westturm mit vier Helm-Gauben mit Uhrenziffernblättern sowie umlaufender Galerie zwischen Dach und Glockengeschoss. Die Kirche wurde zwischen 1903 und 1906 erbaut und ist eine der wenigen Kirchen im Stadtgebiet, die nur geringe Kriegsschäden davontrug. So blieb im kreuzrippengewölbten Innenraum die bauzeitliche Ausstattung weitgehend erhalten, die historistischen Wandmalereien der Gebrüder Linnemann wurden 1986 rekonstruiert. Der nach Hildesheimer Vorbildern gestaltete Radleuchter wurde 1994 wiederhergestellt und am ursprünglichen Platz in der Mitte des Kirchenraums angebracht.

Die Herrenhäuser Kirche und ihre Geschichte ist hier ausführlich beschrieben.

Hannover, Herrenhäuser Kirche, Architekt: Eberhard Hillebrand, 1903–06 (Foto: F. Achhammer, NLD).